Zeitungsbericht vom 27.02.2019

Lingen. Wegen möglicher Weltkriegsbomben, die tief unter der Erde verborgen sind, hat das Areal am Alten Hafen die Lingener Stadtverwaltung auch in den letzten drei Wochen nach der kontrollierten Sprengung eines Blindgängers beschäftigt. Inzwischen sind die Gesichter der Verantwortlichen entspannter.

Wie Katrin Möllenkamp, Leiterin des Fachbereichs Bürgerservice, Recht und Ordnung, auf Anfrage der Redaktion mitteilte, gibt es seit Ende letzter Woche Entwarnung für einen Verdachtspunkt, der auf dem Areal der künftigen "White City" im hinteren Bereich des Alten Hafens zum Bögengebiet hin bestanden hatte. 

Der Lingener Projektentwickler Matthias Wessmann realisiert dort neun hochwertige Bauwerke mit jeweils sieben bis acht Wohneinheiten in einer Größe von rund 60 bis 210 Quadratmetern. Mitte Januar hatte dort der Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Niedersachsen zwei Verdachtspunkte ermittelt. Einer davon entpuppte sich als alter Blitzableiter und damit als harmlos.

Für den zweiten dagegen waren weitere Untersuchungen und Analysen notwendig. "Aufgrund des Grundwassers an der Oberfläche musste mit einer Art Tiefensonar vorgegangen werden", beschrieb Möllenkamp die Untersuchung. Dies habe Rückschlüsse auf die Form des Gegenstandes in drei Metern Tiefe ermöglicht. Danach könne ausgeschlossen werden, dass es sich um eine Bombe handele. Matthias Wessmann sei darüber auch informiert worden.

Zwei weitere Gebäude werden am Alten Hafen in Lingen gebaut. Das Foto entstand in Blickrichtung Baustoff Mayrose. Foto: Wilfried Roggendorf

Der Projektentwickler zeigte sich im Gespräch mit der Redaktion froh über das Ergebnis. "Wenn keine weiteren Sondierungsmaßnahmen erforderlich sind, ist die Fläche blindgängerfrei", sagte Wessmann. "Unser Ziel ist, dass im Sommer/Herbst die Decke auf der Tiefgarage fertiggestellt ist.“ Im Anschluss solle mit den Hochbauten für die einzelnen Häuser begonnen werden. "Alle Gewerke werden durch regionale Unternehmen ausgeführt", hob Wessmann hervor. "Wir leben von der Region, wir lassen in der Region", laute die Devise.

Wessmann: Starke Nachfrage
Mit der bisherigen Vermarktung der insgesamt rund 70 Wohnungen zeigte sich Wessmann sehr zufrieden. "Knapp 45 Prozent der Wohnfläche sind verkauft bzw. es sind Kaufverträge unterwegs", sagte der Projektentwickler. Eine so starke Nachfrage zu diesem Zeitpunkt habe er so nicht erwartet.

"Frei gemessen", also ohne Belastung in Form von Blindgängern, ist außerdem bis auf eine kleine Restfläche nach Angaben von Katrin Möllenkamp der Teil des Areals am Alten Hafen, wo zwei Gebäude einer Investorengruppe mit rund 40 Wohnungen entstehen sollen. Die Restfläche soll nach ihren Angaben in Kürze untersucht werden. Auch der vordere Bereich an der Lindenstraße, der perspektivisch einmal für eine mögliche Hotelansiedlung genutzt werden soll, ist unbelastet.

Nach den Ereignissen rund um die kontrollierte Sprengung der Weltkriegsbombe am 31. Januar kurz vor Mitternacht hatten sich in den Tagen darauf immer wieder auch Zeitzeugen bei der Stadt Lingen und beim Kampfmittelbeseitigungsdienst gemeldet. Deren Angaben würden sehr ernst genommen, unterstrich Möllenkamp.
 

Den gesamten Artikel von Thomas Pertz können Sie auf der Internetseite der NOZ hier nachlesen.

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